Im Kanton Zürich wurde in den letzten Jahren wieder verstärkt gekürzt. Dies traf auch die Bildung. Neben den Abbaumassnahmen waren auch Studiengebührenerhöhungen an allen Hochschulen in Zürich immer wieder ein Thema.

Jüngst war vor allem viel von der geplanten Studiengebührenerhöhung an der ETH zu hören. Die Gebühren an den beiden eidgenössischen Hochschulen in Lausanne und Zürich sollten um 500 Franken pro Jahr auf 1660 Franken erhöht werden. Mit diesen Plänen stimmte der ETH Rat in einen allgemeinen durch die Schweiz ziehenden Chorus nach höheren Studiengebühren ein. Schnell bildete sich im Herbst ein Bündnis von Studierenden, die diese Erhöhung bekämpfen wollten (Bildung ohne Hürden). Nach einem anfänglichen leisen dagegen argumentieren, hat sich die offizielle Studierendenvertretung, der VSETH, schliesslich am ersten März auch etwas lauter gewehrt. Mit einer Demonstration mit ca. 400 Teilnehmenden wurde vor das Gebäude des ETH Rats gezogen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch unklar, ob die Erhöhung tatsächlich umgesetzt wird oder nicht.

Für kantonalen Hochschulen schwebt die Gefahr einer Studiengebührenerhöhung bereits seit dem Dezember 2016 in Form einer Motion im Kantonsrat in der Luft. Weil aber sogar der bürgerlich geprägte Regierungsrat (Exekutive) eine Erhöhung um 500 Franken pro Semester zum jetzigen Zeitpunkt als unverhältnismässig bezeichnet, ist das Geschäft weit hinten in der Traktandenliste und wird noch nicht besprochen.  

Bemerkbarer sind an der Universität derzeit Umstrukturierungen als Weiterführung des Bologna-Prozesses. 2016 wurden im Rahmen von „Bologna 2020“ die kleinen Nebenfächer (30 ECTS auf Bachelorstufe) an der Philosophischen Fakultät gestrichen. Die gesamte Universität stellte auf ein Major-Minor oder Mono-Modell um, dass sich an anderen Universitäten Europas, die sich als „Spitzenuniversitäten“ verstehen und in einer Liga (LERU) organisiert sind, orientiert. 

Die Folge ist, dass gewisse Fächer jetzt nicht mehr angeboten werden und es wurden neue generalisiertere Studienprogramme geschaffen. Es verdeutlicht eine Tendenz, welche die Inhalte und die erlernten Fähigkeiten in Bachelorstudiengängen verallgemeinern möchte, um weniger „spezialisierte“ Geisteswissenschaftler auf den Arbeitsmarkt zu werfen, welche den Unternehmen potentiell weniger Mehrwert erarbeiten würden. Es bahnt sich dadurch auch die Durchsetzung eines Ziels des Bologna-Prozesses, die Abkoppelung des Masters vom Bachelor, ab. Eine andere Erscheinung dieser Veränderungsprozesse ist die Einführung einer Studienzeitbeschränkung auf universitärer Ebene.

Im Rahmen von kantonalen Abbauprogramme werden immer wieder Angriffe auf die Bildung gefahren. Zuletzt (in grösserem Rahmen) 2016 mit dem Abbauprogramm „Leistungsüberprüfung 16“ (Lü16). Insgesamt sollten mit diesem Programm zwischen 2017 und 2019 1,8 Milliarden CHF eingespart werden. Davon 100 Mio CHF über die drei Jahre bei der Bildung. Dabei wurden unter anderem Beiträge für Mediotheken gekürzt, die Klassen vergrössert, der Zugang zu den Gymnasien erschwert, Pensen für Lehrer*innen erhöht und die Löhne gesenkt. (detaillierterer Überblick auf kaputtgespart.ch). Die Kantonsschulen (Gymnasien) waren also innerhalb des Bildungsbereich am stärksten betroffen. Der Universität zum Beispiel wurden in einem ersten Schritt vergleichsweise „nur“ 4 Mio. Franken gestrichen. Weil sich 2017 aber abzeichnete, dass nichtso viel zusammengekürzt werden konnte, wie erwartet, wurde der Uni 2018 weitere 7 Mio. Franken gekürzt. Es war deshalb kaum erstaunlich, dass sich 2016 breiter Widerstand formierte, welcher ihren Unmut mit den geplanten Kürzungen zum Ausdruck brachte. Am meisten exponierten sich dabei die Gymi-Schüler*innen, welche bis in den Sommer 2017 mit vielen Aktionen und Demonstrationen auf sich aufmerksam machten. (ein bildlicher Überblick über die Proteste verschafft dieser Film)

Das riesige Abbauprogramm von 2016 war nicht das erste. Seit den 90er jahren werden immer wieder immense Summen, welche zuvor mit Steuergeschenken den Reichen und Unternehmen geschenkt wurden, im Service Public gekürzt.