Durch die Sparmassnahmen an der Universität Basel wird das Ideal einer Bildung, die allen frei zugänglich ist, die von den Studierenden und Dozierenden gestaltet wird und allen erlaubt, ihr kritisches und kreatives Denken voll zu entwickeln, stark eingeschränkt oder gar verunmöglicht. Von diesem Ideal haben sich die Regierungen beider Basel verabschiedet, was sie auch klar mit einem erneuten Abbauvorstoss im Leistungsauftrag der Universität Basel zum Ausdruck brachten, durch welchen diese bis 2021 Einsparungen von 40 Millionen Franken zu tätigen hat. Diesem Vorhaben fallen ganze Professuren zum Opfer.D ie Arbeitsbedingungen der Angestellten werden verschlechtert und die Prekarisierung vorangetrieben. Bereits in der letzten Leistungsperiode waren einige Professuren v.a. in den Geisteswissenschaften aufgrund der unzureichenden Finanzierung mit Berufungsstopp belegt und durch Assistenzprofessuren ersetzt. In manchen Studienrichtungen werden Veranstaltungen und Vertiefungsrichtungen nicht mehr angeboten. Dies sind klare Anzeichen eines Qualitätsverlustes an der Universität Basel und werden sich mit dem neuen Defizit verschärfen. Zudem werden Studiengebührenerhöhungen von 850.- auf 950.- Franken diskutiert. Dies nachdem bereits 2013/2014 eine Erhöhung um 150.- Franken durchgesetzt wurde. Als alternative Massnahme wird die Verdopplung der Studiengebühren für ausländische Studierende in Betracht gezogen.

Nicht nur durch den finanziellen Abbau intervenieren bürgerliche Kräfte gestärkt in die Diskussion um die Gestaltung der Universität. So fordern diese beispielsweise die Abschaffung ganzer Fakultäten und Departemente, mit der Forderung nach einer Spezialisierung auf «exzellente» Wissenschaftsbereiche (im speziellen die Life Sciences). Spüren sollen dies vor allem die Geistes- und Sozialwissenschaften.

Abbauprogramme und Forderungen nach einer Ökonomisierung treffen nicht nur die Universität. Steuersenkungen führten zu einem Loch in der Kantonskasse von Baselland, das über Sparmassnahmen ausgeglichen werden soll. In den Schulen werden Klassen vergrössert und Freifächer gestrichen. Die Politik diskutiert einen leistungsabhängigen Lohn für Lehrer*innen, mit welchem unter anderem die Personalkosten der öffentlichen Hand gedrückt werden sollen. Doch nicht nur in der Bildung wird gespart. Im Sozialbereich und im öffentlichen Verkehr wird ebenso kräftig abgebaut. Dabei scheint klar, dass der Spardruck in den nächsten Jahren nicht geringer zu werden scheint.