Medienmitteilung
Aktion_Bildung – Action_Education – Azione_Instruzione

Aktionstag zur Prekarisierung in der Ausbildung 7.11.18

Heute, Mittwoch 7. November, wurden an verschiedenen Orten in der ganzen Schweiz Aktionen durchgeführt, um gegen die Prekarisierung im Bildungsbereich zu protestieren. So wurden in Basel und Tessin Transparente an Universitäts- und Schulgebäuden angebracht, um auf diese Problematik aufmerksam zu machen. Es fanden in den einzelnen Städten (Basel, Bern, Lausanne, Freiburg, Neueunburg, Zürich, mehrere Orte in Tessin) vielfältige Aktionen, im Rahmen des Aktionstages des Bündnisses Aktion_Bildung, statt.

Wir kritisieren die Entwicklungen im Bildungsbereich und der Gesamtgesellschaft, die wir unter dem Begriff der Prekarisierung fassen. Die allgemeinen Lebensunterhaltungskosten steigen stetig, etwa durch höhere Krankenkassenprämien und Wohnungsmieten. Davon betroffen sind Personen in schlechten finanziellen Verhältnissen. Sie sind oft in Bereichen tätig, in denen prekäre Arbeitsbedingungen herrschen. Kein geregeltes und oft tiefes Einkommen, befristete Anstellungsverhältnisse und häufige Jobwechsel bedeuten dauernde Unsicherheit über die zukünftigen Verhältnisse. Die meisten Personen in Ausbildung sind auch Teil dieser Gruppe. Lernende und Praktikant*innen erhalten Löhne meist unter dem Existenzminimum. Viele Studierende sind gezwungen auf ihre Freizeit zu verzichten um sich das Studium leisten zu können. Steigende Ausgaben für Ausbildung durch höhere Studiengebühren, wie jüngst an der Uni Fribourg und an den ETHZ/ EPFL, und die Beschränkung der Studienzeiten erhöhen den Druck vor allem auf Studierende in schlechten finanziellen Verhältnissen. Nicht nur benachteiligen die uneinheitlichen, kantonalen Stipendienregelungen Personen nach Herkunft; durch fortschreitenden Abbau des Service Public wird diese finanzielle Unterstützung zunehmend gestrichen.

All diese Entwicklungen führen dazu, dass die Aus- Bildung zunehmend von der finanziellen Unterstützung und Wohnort der Eltern, der sozialen Herkunft und des eigenen Wohnortes abhängig wird. Wir kritisieren diese Selektionstendenzen im Bildungsbereich und wehren uns gegen diese Angriffe auf unsere Lern- und Lebensbedingungen. Wir setzen uns ein gegen die Spar- und Abbaumassnahmen im Bildungs- und Sozialbereich sowie gegen prekäre Arbeitsbedingungen inner- und ausserhalb der Bildungsinstitutionen. Zudem möchten wir eine Diskussion über die Prekarisierung anstossen.

Wir freuen uns, wenn sie über uns berichten!

Falls sie Fragen haben, richten sie sich direkt an Gruppierungen ihrer Region. Weitere Infos über das Bündnis Aktion_Bildung finden sie auf unserer Website: http://action-education.ch/

 

Mitgliedsorganisationen:

CUAE / Genf
cuae@unige.ch

Kritische Medizinstudierende / Bern
info@krime.ch

Nacht der Bildung / Bern
info@nachtderbildung.ch

Kritische Politik Zürich / Zürich
kripomail@gmail.com

KAP Kollektiv Autonome Politik / Freiburg
stoplahaussefribourg@gmail.com

SUD Etudiant-e-s et Précaires / Lausanne
info@sud-ep.ch

Kritische Studierende Basel / Basel
krit.stud.basel@gmail.com

Sindacato Indipendente degli Studenti e Apprendisti (SISA) / Ticino
sindacatosisa@gmail.com

Collectif informel de l’université de Neuchâtel / Neuenburg
akeduc.neuchatel@outlook.com

 

Unterstützer:

AGEF (Association Générale des Etudiant-e-s de l’Université de Fribourg)
Assemblée générale de la FEN (Fédération des Etudiant-e-s neuchâtelois-es)
Comité de l’ANES (Association neuchâteloise des Etudiant-e-s en Sciences)
Offener Hörsaal Basel